Seit einigen Wochen ist hier fast jeden Abend was los - Ach du liebe EM, die du das ermöglichst. Jeden zweiten Abend wird Autocorso gefahren und dauergehupt, ganz besonders wenn die Deutschen gewinnnen - und wer keine Hupe besitzt, der schreit aus Leibeskräften bis zur absoluten Heiserkeit.
Und wenn einmal nicht Fußball gespielt wird, dann heißt's gegen Studiengebühren demonstrieren. Und wenn auch das gerade nicht der Fall ist, dann muss ein Festumzug oder Straßenfest her ... - Hauptsache Blockade, Aufmerksamkeit, Party und Menschenmassen. :-)

Ab nach Stuttgart, dachte ich mir vor zwei Wochen. Gesagt, getan. In Stuttgart angekommen hatte ich dann zwar anfängliche handytechnische Schwierigkeiten Sabine in Kenntnis zu setzen, dass ich schon da bin und dass sie mich endlich vom sinnlos chaotisch in Geschäfte rein und sofort wieder raus rennen erlösen soll (an dieser Stelle danke ich Alex und allen die mich verzweifeltes Wesen sonst noch beruhigen mussten) - aaaber dann wurde doch noch alles sehr sehr gut. Bei Sabine zu hause ist's wahnsinnig gemütlich; raus in die Nacht mussten wir aber trotzdem - und ab in den Palast der Republik, welcher glänzend prachtvoll dem Grazer Parkhaus ähnelt ;-) Der Abend ging aber noch erstaunlicher weiter: im Rockers tanzten wir zu Minimal bis Markus sämtliche Hemdknöpfe öffnete! ;-) Ohja, das Wochenende in Stuttgart war perfekt; schön, wichtige Menschen wieder in Armlängennähe gehabt zu haben. 
aufgenommen von Markus in einer Minute in der ich mich müde und vor allem unbeobachtet fühlte ...
Endstand 8:7 für Markus, nachdem ich mehr als 4h in Führung lag.
... Markus war da! Vom feinsten war das, sag ich nur. Ich hab mich wahnsinnig über den Besuch gefreut.
:-)
Allora, das Wetter war herrlich - ideal um stundenlang am Main entlangzuwandern - hm, was dann auch eine unserer Hauptbeschäftigungen wurde
:-). Gleich am Donnerstag nachdem ich Markus vom Bahnhof abgeholt hatte, blieben wir in einem der Mainufercafès hängen und fingen an Backgammon zu spielen. Und das dauerte und dauerte und dauerte ungefähr fünf Stunden. Hihi, ich glaub ich mag das Spiel wohl ...
;-) So am Main sitzend entdeckten wir auch das Union Investment Hochhaus, in dem Markus einen neugierigen friendly Roboter sah. Inzwischen hab ich herausgefunden, dass die Frankfurter das wohl anders sehen ... :
»Die später als brutalistischer Baustil empfundene 70er-Jahre-
Betonelementearchitektur wird seit 2005 durch nächtliche Effektbeleuchtung abgemildert.« :-)
Union Investment Roboter | Markus
an meinem Zimmerfenster sitzend
... wie dieses Bild ist zur Zeit jeder Tag bei mir. Das Arbeiten bei unit-design ist sehr interessant und macht einfach Spass; ich hab schon sehr viel für mich mitnehmen können und je mehr ich mich einarbeite und einlebe, desto länger sitze ich am Abend im Studio. Unschlüssig darüber ob das gut oder schlecht ist, schrumpft meine Zeit für andere - so viel wichtigere Dinge - meines Lebens. Und das macht traurig und den Rest der Zeit chaotisch und voll. Gut, dass Wochenende ist.
Grüne-Welle-Luminal-Kuh
Die ganze letzte Woche fand die
Luminale in Frankfurt statt. An zwei Abenden war ich unterwegs und hab mir so einiges an Lichtkunst angeschaut. Einige Lichtinstallationen waren einfach beeindruckend schön, andere hm* - sehr unterhaltsam: so konnte man mittels Bluetooth Handybilder an eine Leinwand schicken und sich so selbst in riesig betrachten. :-)
Fliegende Fische ala Magritte am Börsenplatz. | Matze im roten Scheinwerfer.
Handybild an Leinwand.Ich bin jetzt schon seit zwei Wochen in meiner neuen Wohnung bei den zwei Sonder-
pädagogikstudenten Lisa und Matze und schön langsam füllt sich mein Zimmer. So war ich beim Ikea und mit heimgebracht hab ich unter anderem einen quietschegrünen Tisch namens Lack. :-)

... und ich bin auf dem Weg nach Hause. Als ich das erste Mal in der Nacht über eine der Mainbrücken wanderte, hat mir dieses Lichtmeer fast die Sinne geraubt. Kaum war mein Gehirn wieder mit Sauerstoff versorgt, realisierte ich, dass ich meine Kamera daheimgelassen hatte und deshalb versuchte ich mir dann, mitten auf der Mainbrücke, in den Arsch zu beißen. Gelang nicht und so wanderte ich heute noch einmal diesen kleinen Umweg nach Hause - diesmal mit Kamera. Und das allerbeste: Schon bald werde ich ganz in der Nähe wohnen, quasi direkt am Main ...

oben_ der Dom in Kölle
unten_ Alfons' Unimok vorm Steidl-Haus in Engelgau
... in der Eifel. Jep, das Wochenende hab ich dort verbracht um meine Verwandten wieder einmal zu sehen und mit ihnen stundenlang über Deutschland, Österreich, das Leben, Bambusmöbel, Chamonix und die liebe Kletterei zu quatschn. An dieser Stelle möchte ich die "guitn Humba", die die Claudia aufgetischt hat, nicht vergessen.
Engelgau, dieses kleine Örtchen, ist ja nur eine gute Dreiviertelstunde von Köln entfernt und die Strecke Köln - Frankfurt ist auch keine Ewigkeit - besonders nicht, wenn Arbeitskolleginnen genau diese Strecke fahren und man gemütlich am Beifahrersitz die Fahrt genießen kann. In Köln war ich auch auf einen Sprung und hab mir die "Hohe Straße" und den Dom genauer angesehn: beides groß. :-) Ich glaub fast, mich ziehts mindestens noch einmal in Richtung Eifel.
Am Sonntagabend kam dann noch ein unerwarteter Gast ins Hause Steidl, der vor langer langer langer Zeit amol in Osttirol bei uns daheim an Sommer lang gehaust hat ... jaja, der Fenn. Er hat net schlecht gestaunt, "wie groß" ich geworden bin - um ehrlich zu sein, ich hab mich aber auch net schlecht gewundert +smile+
ein erstes Lebenszeichen aus der Stadt der Bänker und Börsianer:
In der Bankenmetropole Frankfurt leben ca. 660 000 Menschen und vergleichsweise ist die Stadt ist ungefähr doppelt so groß wie Graz. Ob es doppelt so viel zum Entdecken gibt, sei dahingestellt. Anyway, heute habe ich jedenfalls schon ein
»Tiroler Bauernstandl
« gefunden.
Erfreut etwas Heimatliches angetroffen zu haben, ging mein Erkundungsrundgang weiter Richtung Main. Am Eisernen Steg, einer alten Eisenkonstruktion, die zwei durch den Main getrennte Stadtviertel überbrückt, konnte ich einen ersten Blick auf die Frankfurter Skyline werfen. Aber das konnte mich wohl noch nicht ganz befriedigen, deshalb ging's hinauf auf einen der hohen Türme, den Main Tower. Diese Aussicht verschlug mir dann einige Minütlein doch die Sprache und ich will sie euch natürlich nicht vorenthalten.
Auf dem Nachhauseweg erblickte ich aus der Ferne eine kleine Menschenmasse. Neugierig wie ich nun einmal bin, musste ich dieses Rätsel lüften. Inmitten der Zuschauer musizierten vier talentierte Musiker mit Cello, Violine, Gitarre und wunderbarem Gesang. Die Dresdner Band
Stilbruch verschönerte so noch obendrein meinen ersten Eindruck von Frankfurt. Insomma freu ich mich schon auf morgen.

Wir hatten in der Wohnung gekocht, Abschiedessen, weil ich jetz dann ein halbes Jahr ins Ausland verschwinde. Und zu dem Anlass musste noch etwas Außergewöhnliches passieren:
Zustelltheater! Einfach anrufen, bestellen und warten bis die jungen Schauspieler in die eigenen vier Wände kommen, das Wohnzimmer als Bühnenbild verwenden und Gurken als Requisit aus dem Kühlschrank entführen. Ich hab' mich sehr gefreut über die lustige Unterhaltung und es ist wirklich schade, dass es nur mehr bis zum 13. Februar gespielt wird.